Tauchen im südlichen Kroatien
 
 
Der Frühling stand vor der Tür und meine Frau und ich überlegten, wo wir unseren Sommerurlaub verbringen sollten. Für uns leidenschaftliche Taucher war eine der wenigen unbekannten Regionen am Mittelmeer die östliche Adria. Also was lag da näher als nach Kroatien zu reisen?
 
Da Kroatien nicht nur unter Wasser etwas zu bieten hat, sondern auch für Nichttaucher interessant ist, war die Entscheidung nicht schwer.
 
Der Sommer kam und unser Ziel war in Mitteldalmatien die Insel Brac. Brac ist für Pauschalreisende von vielen deutschen Flughäfen, in unserem Fall Hamburg, über den Flughafen Split mit anschließender Fährfahrt zu erreichen.
Die Anreise klappte tadellos und unser Appartement in der weitläufigen Hotelanlage Kaktus in Supetar hatte es uns gleich angetan.

 

 
Um es kurz zu machen….. trotz ehemaligem Sozialismus und Bürgerkrieg hat Kroatien viel für den Tourismus getan. Wir trafen auf durchgehend freundliche Leute, eine mittlerweile gut ausgebaute Infrastruktur und was uns am meisten erstaunte auf mehr als zivile Preise in Kaufläden und Restaurants.
Nun aber zum Wesentlichen - das Tauchen.
 
Meine Tauchgänge machte ich in der Tauchbasis Abyss Divecenter. Die Basis wird mittlerweile von einem ehemaligen Mitarbeiter, Jerko, geleitet.
Jerko ist aus Supetar und steuert auch das erstklassige Tauchschiff, mit dem auch die Tauchplätze angefahren werden. Bei schlechtem Wetter gibt es auch die Möglichkeit vom Strand aus zu tauchen.
 
Meine Vorstellung vom submarinen Leben der Adria sah völlig anders aus wie das was ich dort antraf. Ich hatte eigentlich mit weniger Fischen gerechnet, wurde aber eines besseren belehrt.
Es waren zwar keine großen Fische, eben das leidige Problem der Überfischung im Mittelmeer, dafür aber viele und vor allen Dingen viele verschiedene Arten.
 
Muränen, Lippfische, Brassen, Barsche, Grundeln und viele mehr. Ab einer Tiefe von ca. 35 Metern fanden sich dann auch schöne Langusten.
Daneben gab es wunderschöne Nacktschnecken zu sehen, Röhren- und Strudelwürmer und sogar ein Seehase gab uns die Ehre.
 
Auch die Unterwasserlandschaft ist sehr schön. Viele felsige Bereiche, Steilhänge, Canyons,
Höhlen und auch Wracks gibt es dort zu betauchen. Egal ob Anfänger oder erfahrener Taucher, von 4 - 40 Meter gibt es dort eine Menge zu sehen und zu entdecken.
 
Für das Tauchen in Kroatien muss man natürlich einen Tauchschein haben und es bedarf auch einer kroatischen Taucherlaubnis, die gegen eine Gebühr von 14 Euro an der Basis erhältlich ist.
Seit 2003 erhebt Kroatien nun auch noch eine Tauchgebühr, die, wenn man auf einer Basis taucht, 2 Euro am Tag beträgt. Will man ohne Anschluss an eine Basis tauchen gehen muss man sage und schreibe 350 Euro Jahresgebühr zahlen.
 

 

Das hat natürlich den Unmut tausender deutscher Taucher auf den Plan gerufen, die Jahr für Jahr in Kroatien Campten um dort tauchen zu gehen.
Trotz Petitionen von deutscher und kroatischer Seite an das kroatische Fremdenverkehrsamt wird diese Gebühr aufrecht erhalten. Ich denke das die kroatische Regierung da einen Fehler gemacht hat und viele Tauchurlauber, die die kroatische Unterwasserwelt auf eigene faust erkundeten, die nächsten Jahre weg bleiben.
 
Trotz dieses Wehrmutstropfens ist Kroatien eine Reise wert. Die Schönheit des Landes und der Unterwasserwelt, sowie die natürliche Freundlichkeit seiner Bewohner und nicht zuletzt die immer noch recht niedrigen Preise sucht in Europa ihresgleichen.
                                                                                                                          

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