Was soll ich sagen.... einer meiner schönsten
Tauchurlaube der letzten Jahre. Warum ?
Weil es dort genauso war wie ich mir einen Tauchurlaub immer erträumt habe.
Eines vorweg - dieses Camp ist nichts für Leute die es komfortabel lieben, die
die Errungenschaften der modernen Zivilisation brauchen, außer tauchen noch was
anderes wollen oder die gerade erst angefangen haben zu tauchen.
Um hier zu tauchen wird Erfahrung vorausgesetzt und Selbständigkeit ! Es ist
definitiv nichts für Tauchanfänger oder Leute die nur ein mal im Jahr ein paar
Urlaubstauchgänge machen.
Vollkommene Ruhe, keine nervigen Diveguides, keine "Taucherhelden", keine
Taucher- oder Touristenhorden, keine kaputten Riffe, kein Stress .... kein
Strom, kein Telefon, kein warmes Wasser und drum herum ein großes Nichts, sprich
Wüste bis zum Horizont.
Damit es so bleibt wird dieser Bericht auch etwas kürzer ausfallen :-)

Hier kann man nur eines machen - tauchen, tauchen,
tauchen. Mein Kumpel Mischa und ich haben es in 6 Tauchtagen doch tatsächlich
auf 18 Tauchgänge gebracht. Ohne Stress wohl gemerkt !
In aller Kürze - Flug und Camp im Januar gebucht. Flug leider zu teuer. Dank der
Amis hätten wir den Flug zwei Monate später auch für die Hälfte bekommen. Flug
von Hamburg via München nach Marsa Alam mit der Condor. Die Visa hatten wir
bereits in Hamburg besorgt. Wer schon einmal in Ägypten war weiß warum.
Die Visaschlange im Flughafen war ziemlich lang und der Preis wohl auch nicht
immer eindeutig. Die Einreise ging ohne Probleme von statten.
Der Flughafen Marsa Alam wurde übrigens erst vor einem Jahr eröffnet und
verkürzt die Anreise ins südliche Ägypten enorm.

In Marsa Alam angekommen wurden wir dann von einem Mitarbeiter des Camps
abgeholt und hatten dann noch eine Strecke von etwas über 40 Km zum Camp zurück
zu legen. Da fing das Abenteuer bereits an :-)
Hier kam dann auch das was zu erwarten war. Auf den ersten 20 Km folgte dann
Hotelneubau auf Hotelneubau.... nicht umsonst hatten die Ägypter einen Flugplatz
mitten in die Wüste gebaut ! Im Moment jedenfalls noch weit genug vom Camp
entfernt.
Im Camp dann herzlicher Empfang vom Leiter des Camps, Emad, und Besichtigung der
Unterkünfte. Mein erster Eindruck war "naja, ich bin ja zum tauchen hier". Im
nachhinein kann ich nur sagen - KLASSE!

Man wohnt hier entweder im Zelt, oder in einem kleinen Bungalow. Vorteil
Bungalow - eigenes WC und Dusche. Daneben gibt es noch das Küchenhaus, die
sanitären Anlagen, die Esshütte, die Aufenthaltshütte, natürlich die Hütten für
Kompressor und Generator und zuletzt die Tauchbasis. Es ist wie gesagt alles
sehr einfach gehalten aber eben zweckmäßig. Wenn man von dem vielen Sand mal
absieht war es auch sauber :-)
Der Stromgenerator wurde bei Sonnenuntergang eingeschaltet, so um 19.00 Uhr und
lief dann bis ca. 23.00 Uhr. Danach waren Kerzen und Taschenlampe angesagt. Für
die Tauchlampe und Fotoakkus sollte ein Schnellader vorhanden sein !

Die Tauchbasis besteht aus mehreren Containern in denen Tauchmaterial gelagert
ist, sowie einen Unterstand zum trocknen der Ausrüstung und einem großen
Spülbecken in dem man seine Ausrüstung vom Salz befreien kann. Manchmal spült
man auch sich selbst - nicht nur von außen :-)))))
Vor des Basis befindet sich auch einer der Einstige zum Hausriff, das aber nur
von wirklich erfahrenen Tauchern betaucht werden sollte. Ich fand das Hausriff
ausgesprochen schön und bedaure das ich dort nicht mehr Tauchgänge gemacht habe.
Es gibt dort allerdings soooo viele Tauchplätze, das eine Woche einfach zu kurz
ist um sie alle kennen zu lernen, bzw. das komplette Hausriff zu erforschen.
Das Tauchen selbst ist einfach klasse. Beim ersten Tauchgang wird geschaut ob
die Fähigkeiten des Tauchers seinem Ausbildungsstand entspricht und dann ist
Ruhe. So wie es sein soll.
Ich habe bei meinen Tauchgängen so ziemlich alles an Fisch und Krabbeltieren
gesehen was in meinem Bestimmungsbuch abgebildet war. Es herrscht dort eine
unglaubliche Artenvielfalt. Nungut, bei 600 Fotos in 6 Tagen sieht man evt. auch
ein wenig mehr wie andere :-)

Leider habe ich keine Haie gesehen. Wir sind zwar einen Tag nach Elphinstone
Reef gefahren aber es war einfach nicht die Zeit für Haie. Dafür weiß ich nun
das mein Kameragehäuse das bis 35 Metern zugelassen ist auch bei 55 Metern noch
dicht hält :-)
Aber auch ohne Haie kann ich Elphinstone nur empfehlen. Ein klasse Riff. Fisch
über Fisch in jeder Größe und Farbe. Der üppige Bewuchs tut ein übriges um in
einen Farbenrausch zu verfallen.
Allerdings sollte man Seefest sein. Es war doch zeitweise eine recht unruhige
Angelegenheit und einige Taucher hatten doch eine ziemlich ungesunde
Gesichtsfarbe angenommen - Fischfütterung inklusive :-)

So, viel mehr will ich gar nicht preisgeben. Ich kann nur sagen das es einfach
toll war. Das Essen war klasse (ohne Durchfall), die Crew vom Camp war
supernett, die Tauchplätze sind spitze und die Ruhe war mehr als nur erholsam.
Wie gesagt - es ist aber nichts für den "normalen" Taucher. Man muss schon etwas
abenteuerlustig sein und über einige Dinge hinwegsehen können.
Ich wünsche mir das es dort noch lange so bleibt und die Hotels die nächsten
Jahre immer noch so halbfertig dort rumstehen. Ich komme jedenfalls wieder - mit
Sicherheit.
Einen herzlichen Dank noch einmal an die Crew vom Camp und natürlich auch an den
deutschen Repräsentanten Joseph Lück die für einen reibungslosen Ablauf
der Buchung gesorgt haben und die auch supernett sind. Nicht zu vergessen Marco,
Sohn von den Lücks, der zur gleichen Zeit im Camp war wie wir und mit dem wir
eine Menge zu lachen hatten..... OK Marco - ich halte dicht :-)
Von Marco stammen übrigens auch einige der Landbilder.

Viel Spaß den Tauchern die sich irgendwann einmal in dieses Camp verirren. Mein
Neid ist mit euch.
Herzlichen Gruß Chris