Zypern `98

Ja, heute ist es endlich soweit. Donnerstag der 18. Juni 1998 - um 12.35 Uhr hebt der Flieger gen Süden ab.

Genauer gesagt nach Pafos auf Zypern. Zwei Wochen voller Sonne, faulenzen, essen, trinken, Motorrad fahren und natürlich tauchen und schnorcheln.

Seit zwei Tagen!  bereits steht mein Tauchrucksack gepackt in der in der Ecke (nicht ohne ein hämisches Grinsen meiner Frau) und wartet genau wie ich sehnsüchtig auf das  Taxi zum Flughafen Hamburg. Wir fliegen zum ersten mal mit der Cyprus Airways und nach vorheriger Faxanmeldung werden zusätzlich zu den normalen 20Kg Gepäck auch noch  15 Kg Tauchgepäck pro Person   kostenlos befördert.

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Flug, Service und das Drumherum waren tadelos. Nach etwas mehr als 3 1/2 Stunden Flug landen wir dann in Pafos. Der erste Schock - wir betreten die Gangway und..... rumms  90% Luftfeuchtigkeit und mindestens 35°C treiben uns fast in das Flugzeug zurück. Schnell über das Flugfeld gelaufen und ab durch die Passkontrolle. Ja, ganz richtig  -      Passkontrolle. Die Republik Zypern gehört noch nicht zur EG und zur Einreise benötigt man einen mindestens 3 Monate gültigen Reisepass.

Nach dem Gespräch mit unserer Reiseleiterin, wir haben eine Pauschalreise über Alltours gebucht, steigen wir dann endlich in den Bus der uns zu unserem eigentlichen Ziel bringen soll - Polis.

Polis ist eine kleine Stadt nahe der Akamas Halbinsel mit ca. 1600 Einwohnern. Ein zur Zeit noch eher ruhiger und beschaulicher Ort für Individualisten und Rucksacktouristen. Unser Hotel, Hotel Stephanos, war ein reiner Glückstreffer. Klein (32 Appartments), schön gelegen, ruhig und mit Familienanschluß. Ein reiner Familienbetrieb. Mama kocht, Papa macht die Nachtschicht und die drei Töchter und der Sohn teilen sich die Bedienung, die Bar und die Rezeption. Einfach herrlich. 

Was uns jedoch am meisten erstaunt hat war die Gastfreundschaft die uns dort entgegengebracht wurde. In noch keinem Land Europas wurden wir mit soviel Freundlichkeit und Herzlichkeit behandelt wie auf Zypern.

Man muß es einfach am eigenen Leib erlebt haben - unglaublich. Das gilt nicht nur für unser Hotel sondern für die gesamte Bevölkerung Zyperns. In den abgelegenen Bergdörfern wird einem zugewunken oder man wird einfach so von einer Zyprischen Familie die beim Sonntagsausflug ist zum mitessen am Grill eingeladen (Lieblingsbeschäftigung der Zyprer am Sonntag ).

Wir stehen an einer abgelegenen Straßenkreuzung und studieren die Karte für die Weiterfahrt. Prompt hält ein Jeep, woimmer er auch herkam, an und fragt ob wir Hilfe bräuchten. Auf der Tankstelle - das Motorrad braucht Öl....  wo ist der blöde Einfüllstutzen..... erst eilt ein Zyprer zu hilfe, dann kommt der Zweite und zum Schluss waren es Vier die lautstark diskutierten - natürlich mit anschließender Einladung auf ein paar wackligen Stühlen platz zu nehmen und etwas zu erzählen - woher wir kämen, ob es uns Zypern gefiele und, und, und.....  so war es überall wo wir hinkamen.

Ich habe wirklich Mitleid mit den Leuten die sich pünktlich um 9 Uhr an den Pool legen und pünklich um 19 Uhr den Pool verlassen - man muss ja noch etwas essen zwischen den Sonnenbränden. Liebe "Poolisten" ihr wißt ja nicht was ihr verpasst !

Auch wenn Ihr vielleicht zum Tauchen nach Zypern fliegt - auf dem Land ist es genauso schön wie unter Wasser.       

Wir haben z.B. in unseren zwei Urlaubswochen mehr als 400 Kilometer auf dem Motorrad zurückgelegt und haben die entlegendsten Winkel besucht. Wir sind Stundenlang durch die Berge gefahren ohne einen Menschen zu treffen. Das stelle man sich einmal in Deutschland vor !! Falls Ihr das auch vorhaben solltet: unbedingt ausreichend Wasser mitnehmen, gucken das der Tank voll ist und den Ölstand kontrollieren. Man glaubt es kaum aber es kann tatsächlich gefährlich werden wenn einmal etwas passieren sollte.

Nun zum wichtigsten Teil - das Tauchen. Natürlich hatte ich mich vor der Reise eingehend über die Möglichkeiten zum tauchen auf Zypern informiert. Eine sehr ausführliche und Hilfreiche Quelle war der Tauchreiseführer von Norbert Gierschner. Informationen findet Ihr im Internet unter http://ourworld.compuserve.com/Homepages/NGierschner . Falls Ihr auf Zypern tauchen wollt seit Ihr mit dieser Publikation bestens bedient. Ich kann den Reiseführer jedenfalls wärmstens empfehlen.

 

Die Basis

Die Basis, International Water Sports & Diving Center, befindet sich in Latsi ca. 2 Km von Polis entfernt. Latsi ist ein immer noch sehr kleiner Ort mit einem noch kleineren Hafen. Die Basis besteht bereits seit 1980 und befindet sich unter der Leitung von Hans Roelofs, einem Holländer, nebst zwei Teilhabern die ich aber nie zu Gesicht bekam. Die Basis selbst besteht aus einem sehr gut sortiertem Tauchshop, einem Keller wo die Flaschen gefüllt werden und das gesamte Equipment lagert und einer schönen Terrasse zum klönen. Im Moment befinden sich drei Tauchlehrer auf der Basis. Vince und seine Freundin Marjan aus Aruba und Minas aus Zypern. Das wir eine menge Spaß hatten sei hier nur am Rande erwähnt ;-). Sprachlich gibt es keine Schwierigkeiten. Es wird neben Englisch und Griechisch auch noch Deutsch und Holländisch gesprochen. Die Basis ist Täglich von 8 - 20 Uhr geöffnet.

 

Der Tauchbetrieb

Zum Tauchen geht es mit der Anax Akamas. Ein Nagelneues 10m Speedboot mit 360PS, kleiner Plattform und Leiter.  Damit sind alle guten Tauchplätze in 10 - 25 Minuten schnell zu erreichen. Sowohl Leihausrüstungen als auch Pressluftflaschen (10 - 18L) sind in ausreichender Menge vorhanden. Für interessierte Nichttaucher gibt es die Möglichkeit zum Schnuppertauchen. Natürlich kann man auch seinen Tauchschein machen (PADI, IDD) oder weiterführende bzw. Spezialkurse absolvieren.

Alle Tauchgänge werden geführt. Es gibt Ufer-, Boots-, Nacht-, Grotten- oder auch Scootertauchgänge, wobei man für Letzteren gut entwickelte Bizeps und Bauchmuskeln braucht. ;-) Die Diveguides machten alle einen sehr erfahrenen Eindruck und kannten sich in ihrem Tauchgebiet hervoragend aus. Nie fühlte ich mich unsicher oder war ein Tauchgang langweilig.

Es gibt auch die Möglichkeit eigenverantwortlich zu tauchen. Also Flasche und Blei ausgeliehen und ab geht es. Allerdings muss eine geeignete Qualifikation und eine Tauchpartner nachgewiesen werden. Auch das passende Boot für die Tauchgänge gibt es bei Hans zu mieten. Von 30 - über 100 PS und das ohne Bootsführerschein. Hier langt zum Bootfahren nämlich der normale Autoführerschein. Auch zum tauchen bedarf es keiner weiteren Genehmigung! Auf Zypern gibt es keine Regeln was das tauchen angeht außer: alles was altertümlich aussieht bleibt da wo es ist und harpunieren ist verboten - aber das versteht sich ja von selbst oder ?

 

Preise - (Stand 6/99)

*Preise in Zyprischen Pfund ca. x 2,8 = DM inc. Flasche und Blei * inc. voller Ausrüstung *
Schnupperkurs 2 Tauchgänge  

30 Cy€

Akamas Nordcap 2 Tauchgänge 30 Cy€ 36 Cy€
Akamas Westküste 2 Tauchgänge 36 Cy€ 42 Cy€
Zenobia Wrack - Larnaca 2 Tauchgänge 50 Cy€ 56 Cy€
Nachttauchgang 26 Cy€ 30 Cy€
Scootertauchgang zur Schildkrötenbeobachtung 33 Cy€ 37 Cy€
Tauchpaket mit 10 Tauchgängen 130 Cy€ 160 Cy€
Multipaket mit 4 Tauchgängen + Nachttauchgang+Scootertauchgang 110 Cy€ 125 Cy€
  Kurse
PADI Scuba diver course 120 Cy€
PADI Open water course   180 Cy€
PADI Advanced open water   125 Cy€
PADI Advanced open water plus   220 Cy€
PADI Medic first aid course  55 Cy€
PADI Rescue diver course   180 Cy€
PADI Dive master course   240 Cy€
PADI Assistant instructor course 280 Cy€
DAN Oxygen provider course 55 Cy€
  Ausrüstung
Bleigürtel 1 Cy€
Flasche 10L (inc. air)   4 Cy€
Flasche 12L (inc. air)   5 Cy€
Flasche 18L (inc. air)   7 Cy€
Flasche 10L (inc. nitrox)   8 Cy€

 

Das Tauchrevier

Hier könnte ich nun sicherlich 100 Seiten schreiben. Ich werde mich aber auf das was ich auf meinen Tauchgängen gesehen habe beschränken um den Rahmen nicht zu sprengen. Außerdem, falls Ihr Zypern zum  nächsten Urlaubsort auserkoren habt, möchte ich Eure Entdeckerlust nicht bremsen.

Agios Georgios, ca. 10 Bootminuten von Latsi entfernt, ist eine sehr kleine Insel mit eine schönen Unterwasserwelt. Es gibt hier einige Tauchspots, die sich aber wenig voneinander unterscheiden. Sehr felsiges, zerklüftetes Areal mit wunderschönen Durchbrüchen, Bögen und kleinen Tunnels zum durchtauchen. Stellenweise auch kleine Sandflecken oder Poseidonia Seegraswiesen. Hier gibt es ein, bedingt durch die unterschiedliche Landschaft, sehr vielfältiges Unterwasserleben sowohl in der Tier- als auch in der Pflanzenwelt.

Auf der Nordseite der Insel befindet sich eine Steilwand mit viel Bewuchs und vielen Spalten wo sich ein vielfältiges maritimes Leben entwickelt hat. Man kann dort von 10 bis ca. 40 Meter tiefe tauchen. Nordwesten geht es sogar bis 80 Meter abwärts. Kribbeliges Highlight war für mich persönlich eine flaschenförmige Höhle in ca. 9 Metern tiefe die bis zu 30 Metern in des Fels führt. Der 10m lange Eingang ist nur 1,50 x 1,50 Meter im Durchmesser und wenn sich die Höhle dann öffnet sind es auch etwa nur 4 x 3 Meter. Zu zweit in dem kleinen Raum, aufgewirbeltes Sediment..... nicht nur wegen dem  25° C warmen Wasser war mir etwas heiß ;-) Dafür wurde ich mit einem wunderschönen großen Soldatenfisch belohnt.

Etwa 400 bis 500 Meter südlich, der Küste vorgelagert, befindet sich ein herrliches verwinkeltes Riff in dem man wunderbar stöbern kann ( Amphorenreste über Amphorenreste ). Tiefen von 10 - 14 Metern. Gerade richtig für den zweiten Tauchgang.

Sehr zu empfehlen ist auch die Bucht um Fontana Amorosa. 8 - 18 Meter tief und eine schöne felsige, zerklüftete Landschaft übersät mit Amphorenresten.

Meine niedrigste, in 33.2 Metern tiefe, gemessene Wassertemperatur betrug übrigens 20°C !! Trotzdem kann ich einen Halbtrockenen Anzug empfehlen. Bei 25° oder 26°C in 14 Metern wird es bei 20°C dann doch recht kühl. Ähnliche Tauchgebiete befinden sich rund um die Akamas Halbinsel.

Die Sicht unter Wasser war übrigens immer ausgesprochen gut bis auf den Scootertauchgang vor Latsi. Dort betrug die Sicht nur ca. 10 Meter bedingt durch den sandigen Untergrund. Leider hielten sich die Schildkröten immer am Rande des Sichtbereiches auf. Wenn man also mit dem Scooter 5 Meter hinterherhängt und der Vordermann dich mit wild fuchtelden Armen und Beinen auf eine erspähte Karettschildröte aufmerksam macht - nett gemeint aber du siehst sie bestimmt nicht ;-). Auf meinem Tauchgang sah ich wenigstens eine, Lutz, ein Mittaucher, wenigstens drei und Minas unser Diveguide vier Schildkröten.

Zu den Fischen. Der Eine oder Andere wird vielleicht enttäuscht sein weil es hier hauptsächlich nur Hand- bis Unterarmlanges Flossenvolk gibt. Schaut aber mal genau hin..... ich habe durchaus auch größere Fische ausmachen können und das waren gar nicht mal wenige. Das habe ich wohl auch Minas zu verdanken. Seine Familie lebte von der Schwammtaucherei und er selbst harpunierte für seinen Lebensunterhalt.

Dem entsprechend kennt er auch Stellen wo es tatsächlich etwas größeres zu sehen gibt wie z.B. Zitterrochen, Zackenbarsche bis 1m länge, große Muränen u.s.w.. Sonstige Fische sind u.A. Meerjunker, Meerpfauen, Kaninchenfische, Meeräschen, Meerbarbenkönige, Kardinalsfische, div. Brassen, div. Barscharten, Seenadeln, Seeskorpione, Soldaten- und Papageifische ( Emigranten aus dem Roten Meer ;-) ) und sicher noch viele andere Arten die ich nicht oder übersehen habe. Außerdem gibt es Nachtschnecken, Feuerwürmer, Igelwürmer, div. Oktopusse und viel anderes glitschiges, niederes Viehzeugs. UW-Fotografen kommen sicherlich auf ihre kosten.

 

Fazit

Mir hat die Basis von Hans bestens gefallen. Gute Diveguides, nettes Ambiente, viel Freundlichkeit und Hilfe. Leute  denen man eben anmerkt das sie mit Leib und Seele dabei sind. Ich habe mich jedenfalls sehr wohl gefühlt.            

Das Tauchgebiet ist OK und auch wenn man nicht soviel Viehzeugs zu sehen ist kommt doch wohl jeder auf seine kosten. Für mich steht jedefalls eines fest - ich komme 1999 wieder. Das spricht glaube ich für sich.

In diesem Sinne ende ich hier und vielleicht treffen wir uns ja nächstes Jahr bei Hans in der Basis.

Ich hoffe nur das diese ursprüngliche Landschaft, sowohl über als auch unter Wasser, noch lange so erhalten bleibt und alle Taucher und Nichttaucher sich dieses zu Herzen nehmen und daran mitarbeiten.

Hans, Vince, Marjan und Minas - nochmals vielen Dank für die schönen Tage bei Euch. Viel Spaß weiterhin und das ihr immer wieder auftaucht.

Ich hoffe Ihr nehmt das mit der Rechtsschreibung nicht so genau aber ich bin nun mal kein ausgebildeter Schreiberling und 10 mal Korrektur lesen hatte ich keine Lust ;-).

Wenn Euch der Bericht gefallen hat oder Jemand spezielle Fragen hat dann schreibt doch einfach eine email.

Euer Chris

                                                                                                                             dertaucher003002.jpg

                      

Zypern `99

Frühling.... ich tauche mit meinem nagelneuen Rebreather seit zwei Stunden in der Lagune inmitten dieses atemberaubend blauen Wassers. Die Temperaturanzeige auf meinem Tauchcomputer zeigt 30°C. Bunte Fische tanzen um mich herum und zeigen keine Scheu.

Plötzlich - aus dem Dunkel der steil abfallenden Riffkante taucht ein Schatten auf...... oh mein Gott.... warum habe ich meinen nichttauchenden Kollegen immer erzählt der Mensch würde nicht in das Futterschema der Haie passen und Angst bräuchte man auch nicht haben wenn man einen trifft.

Dieser ungefähr 6 Meter lange Tigerhai schaut mich allerdings so an als ob ich ein willkommenes Frühstück für ihn wäre. Ich gucke mich um. Soweit ich in diesem fantastisch klaren Wasser sehen kann nichts als reiner weißer Sandgrund. Kein Felsen oder Korallenblock der mir Deckung geben könnte. Langsam fange ich an mir Sorgen zu machen - der Kerl kommt doch tatsächlich immer näher!

Langsam und mit leichtem Flossenschlag, den Hai nicht aus den Augen lassend,  lege ich auf dem Rücken schwebend den Rückwärtsgang ein. Das war das Zeichen! Wie ein Geschoß mit einer wild peitschenden Schwanzflosse getrieben jagt der Hai auf mich zu. Sein riesiger Kopf ist nur noch wenige Zentimeter von meinem Körper entfernt...... er reißt sein Maul auf und......

BBZZZZZZZZ !!! Der häßlich schnarrende Ton meines Weckers rettet mir das Leben ;-) 

Heute ist es soweit. Um 12.30 Uhr startet zum zweiten mal für mich der Ferienflieger nach Zypern. 

Wie letztes Jahr buchten wir unsere Reise wieder pauschal über Alltours. Gleicher Ort (Polis), gleiches Hotel (Hotel/Apartement Stephanos) nur diesmal 3 Wochen früher.

Mit einer 1/2 stündigen Verspätung starteten wir vom Flughafen Hamburg mit dem Ziel Pafhos auf Zypern. Unserer Fluggesellschaft, die Cyprus Airways, möchte ich aufdiesem Wege einmal mein Lob aussprechen. Toller Service, nettes Personal und leckeres Essen an Bord.

Vier Stunden später landeten wir dann in Pafhos. Die Ausstiegsluke im Flugzeug geht auf und..... ein laues Lüftchen weht uns entgegen. Kein Gluthauch wie im letzten Jahr.

Hallo Zypern, wir sind wieder da !

Nun schnell durch die Passkontrolle, kurzes hallo mit der Reiseleitung und ab in den Minibus nach Polis. Der Fahrer guckt zwar etwas mürrisch als ich in dem klimatisiertem Bus das Fenster aufreiße aber ich muß "meine" Insel nach einem langem Jahr warten erstmal wieder beschnuppern. Ich liebe diese mediterranen Düfte nach Pinienholz und Kräutern.

Kaum auf der Insel und ich fühle mich mehr zu Hause wie in Deutschland.

Nachdem der Fahrer die übrigen sechs Mitreisenden in ihren Hotels nahe der Stadt abgesetzt hatten waren wir alleine und konnten die Fahrt genießen. Nur Jemand der Zypern  liebt kann bei den Fahrkünsten seiner Einwohner so eine Fahrt genießen.Warum? Probiert es einmal aus und urteilt dann ;-)

Plötzlich beginnt der Bus zu schlingern - oh nein, zwei Kilometer vom Ziel entfernt und der Reifen platzt. Schon darauf vorbereitet zusammen mit dem Fahrer den Reifen zu wechseln hält ein zweiter Bus neben uns an und schon wird unser Gepäck umgeladen. Nach einem kurzem Umweg erreichen wir das Hotel und steigen aus. Ob man uns noch kennt ??

Wir betreten die Hotelhalle und ich erspähe ein mir bekanntes Gesicht - ein leises "Kali spera" (guten Abend) von meiner Seite. Die Person schaut uns kurz an und dann...... ein freudiges Hallo. Alle anwesenden Familienmitglieder stürmen auf uns zu. Wir werden geküßt, geherzt und geknuddelt. Ja - ich bin wieder zu Hause (hoffentlich hat keiner meine feuchten Augen bemerkt).

Sogar unser Zimmer vom letzten Jahr ist noch frei. Oh man - so muß der Urlaub anfangen.

 

Teil Zwei - das Tauchen...

Ja.... man hatte mich auch hier noch in guter Erinnerung - hoffentlich im positiven Sinne ;-).....

Leider waren die Diveguides vom letzten Jahr, Vince und Mahrjann, nicht mehr da. Das machte aber nichts denn
der "Neue", Marc, machte das wieder wett. Auch Minas arbeitete noch auf der Basis. Leider bekam ich ihn nur   
einmal zu Gesicht. Die meiste Zeit verbrachte er mit der Ausbildung von Anfängern im Pool eines neu gebauten
Luxushotels vor den Toren Latchis. Er war auch sehr traurig darüber das er nicht mehr sooft zum tauchen kommt.

Die Preise haben sich in 99 erfreulicherweise nach unten hin verändert. Es ist preiswerter geworden!
Deshalb hier nochmal eine aktuelle Preistabelle.

 
*Preise in Zyprischen Pfund ca. x 2,8 = DM inc. Flasche und Blei * inc. voller Ausrüstung *
Schnupperkurs 2 Tauchgänge  

30 Cy€

Akamas Nordcap 2 Tauchgänge 30 Cy€ 36 Cy€
Akamas Westküste 2 Tauchgänge 36 Cy€ 42 Cy€
Zenobia Wrack - Larnaca 2 Tauchgänge 50 Cy€ 56 Cy€
Nachttauchgang 26 Cy€ 30 Cy€
Scootertauchgang zur Schildkrötenbeobachtung 33 Cy€ 37 Cy€
Tauchpaket mit 10 Tauchgängen 130 Cy€ 160 Cy€
Multipaket mit 4 Tauchgängen + Nachttauchgang+Scootertauchgang 110 Cy€ 125 Cy€
  Kurse
PADI Scuba diver course 120 Cy€
PADI Open water course   180 Cy€
PADI Advanced open water   125 Cy€
PADI Advanced open water plus   220 Cy€
PADI Medic first aid course  55 Cy€
PADI Rescue diver course   180 Cy€
PADI Dive master course

  240 Cy€

PADI Assistant instructor course 280 Cy€
DAN Oxygen provider course 55 Cy€
  Ausrüstung
Bleigürtel 1 Cy€
Flasche 10L (inc. air)   4 Cy€
Flasche 12L (inc. air)   5 Cy€
Flasche 18L (inc. air)   7 Cy€
Flasche 10L (inc. nitrox)   8 Cy€
 
 

Das Tauchen selbst war wieder sehr schön. Da ich die meisten Tauchplätze vom letzen Jahr schon kannte war es umso besser. Ich konnte mich mehr auf meine Umgebung konzentrieren und sah meistens mehr wie die Anderen :-)

Die Beschreibung der Tauchplätze findet ihr in der Reisebeschreibung 98.

Eine Besonderheit gab es dieses Jahr allerdings. Ein "frisches" Wrack !

Wenige Wochen vor unserer Ankunft lief eine deutsche 12 Meter Segeljacht auf ein Riff unterhalb von St. George Island und ging unter. Der Skipper konnte sich an Land retten. Das Schiff allerdings war verloren da  bei der Kollision die ganze rechte Seite aufgerissen wurde.

Nun liegt das gute Stück in 10 Metern Tiefe und ist hoffentlich bald schön bewachsen.

Marc, der Diveguide entpuppte sich als Supertyp. Sehr nett, hilfsbereit und immer gut gelaunt. Leider war der Gute teilweise mit den Anfängern etwas überfordert. Nein, nicht weil er es nicht konnte sondern  weil es für ihn alleine einfach zuviel wurde.

So freute er sich doch über meine Unterstützung als ich mich den einen oder anderen Tag mit den erfahrenen 2 - 3 Tauchern eigenständig auf den Weg machte und er so genügend Luft hatte die Ausbildung ohne Stress durchführen zu können.

Ein zweiter Ausbilder wäre sicher nicht verkehrt gewesen lieber Hans :-) (Rüffel an den Basisleiter).

So kommt es auch das ich zu Marc seit dem Sommer eine freundschaftliche Beziehung pflege und wir oft via email in Kontakt sind.

 

Fazit

Auch diese Jahr war Zypern wieder ein Erlebnis. Wenn es auf der Basis auch etwas voller war wie letztes Jahr und eine helfende Hand mehr ganz gut getan hätte - ich werde wieder hinfahren.

Zypern ist für mich eben etwas ganz besonderes.

Der Urlaub für nächstes Jahr ist übrigens auch schon geplant. Leider wird es nicht Zypern. Die Welt ist noch so groß und ich möchte natürlich noch viel mehr sehen, deshalb geht es ende August 2000 für 3 Wochen nach Madeira und Porto Santo. Reisebericht wird folgen.

Aber wer weiß - vielleicht trifft man mich im April für eine Woche in Latchi :-)

In dem Sinne - viel Spaß allen Tauchern die es im Jahr 2000 einmal mit Zypern versuchen wollen und wenn ihr fahrt dann grüßt die Basis recht schön von mir.

 Ein PC mit Internetanschluss ist auf der Basis übrigens vorhanden - mein Gästebuch wartet auf euren Eintrag.

Viele Tauchergrüße von

                    Chris

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